Allen die darauf gewartet haben, dass ich noch einmal einen kleinen Abschlussbericht schreibe, wünsche ich einen schönen Sonntagabend oder gegebenenfalls einen guten Start in die neue Woche.😊 Wie versprochen noch einmal eine kurze Zusammenfassung und meine Lieblingsfotos vom diesjährigen Jakobsweg.

Wie bereits erwähnt, war der Camino Primitivo, der anspruchsvollste und körperlich anstrengendste meiner drei Wege, aber landschaftlich auch der Schönste. Insgesamt waren es 310 km und knapp 11.000 Höhenmeter. Wer schon einmal im Gebirge gewandert ist, weiß was 11.000 Höhenmeter sind und kann nachvollziehen wie ich mich nach diesem ersten Teil des Weges gefühlt habe. Hinzu kam der teilweise gefährliche Abstieg auf lockerem Geröll und Steinen. Nach meinem Pausentag in Lugo begann dann aber wieder der ebene Weg und das Caminogefühl kehrte zurück.

Mein schönstes Frühstück hatte ich übrigens in Las Grandas am Stausee.

Bei der Buchung meiner Übernachtung in Lugo hatte ich mir übrigens ein ziemlich verrücktes Hotel ausgesucht, deren Zimmer alle unterschiedlich designt waren. In der Bar gönnte ich mir abends dann auch mal Einen ! kleinen Drink.😉 Man braucht schließlich auch mal eine kleine Abwechslung vom Pilgern.

Glück hatte ich auf der Hälfte meiner Strecke, als ich morgens Rauchgeruch wahrnahm und sich im Nachhinein herausstellte, dass ganz in der Nähe des Weges ca. 12 ha Wald in Flammen standen.

Wie auf meinen ersten beiden Wegen, hatte ich auch dieses Mal wieder sehr nette Begleiter, mit denen ich ein Stück des Weges gemeinsam gegangen bin. An erster Stelle natürlich Giovanni aus Italien, mit dem ich nicht nur mehrere Etappen gegangen bin, sondern auch dreimal eine Herberge geteilt habe. Dazu kam dann etwas später Jody aus Australien, die unser Trio komplett machte, und ich war froh beide an meiner Seite zu haben, als wir den anstrengenden „Hospitalesweg“  über die höchsten Berge gegangen sind.

Mit Silvia aus Dresden und Gudrun aus Bochum bin ich zwar nicht gemeinsam gegangen, aber wir haben uns immer wieder unterwegs getroffen und haben dann gemeinsam am letzten Abend vor dem Eintreffen in Santiago de Compostela einen lustigen Abend mit Pizza verbracht. Aber auch sonst gab es einige Pilger mit denen ich sehr nette Gespräche in den Herbergen oder den Zwischenstopps geführt habe.

Thema war oft auch die aktuelle Situation in der Welt und sehr oft kam der Vorschlag, dass man doch mal alle Politiker auf den Jakobsweg schicken sollte. Damit sie wieder etwas geerdet werden und auch das vorurteilsfreie Miteinander und die Menschlichkeit erleben.

Das Bild eines Pilgers auf der Wand einer Herberge, erinnerte mich ein wenig an meine Ankunft nach anstrengenden Tagen.😄

Aber noch besser fand ich den Spruch, der sinngemäß heißt:

„Wenn man in sich selbst keine Ruhe findet, ist es nutzlos, sie anderswo zu suchen“

Auf die häufige Frage, wieviele Blasen ich hatte, kann ich sagen, es war nur eine Klitzekleine. Wenn man zweimal den Jakobsweg gegangen ist, weiß man, wie man sich in Ruhe morgens vorbereitet, um schadenfrei und ohne Verletzungen über den Weg zu kommen.

2022

2023

2025

Abschließend kann ich nur sagen, dass es wieder ein Erlebnis war, körperlich, mental und spirituell, und ich nur empfehlen kann, und wenn es nur Teil ist, einmal den Jakobsweg zu gehen.

Das Ziel eines jeden Jakobsweges, das Grabmal des Apostel Jakobus in der Kathedrale von Santiago de Compostela.

Nach den vielen Nachfragen nach meiner Rückkehr, kann ich sagen, es wird wieder einen Vortrag geben. Wahrscheinlich Anfang nächsten Jahres. Wo steht noch nicht fest, aber die Planungen laufen und der Termin wird rechtzeitig bekannt gegeben.

Damit möchte ich meinen kleinen Rückblick für heute beenden, denn es sollen ja noch ein paar Geschichten und Themen für den Vortrag über bleiben. 

Jetzt bleibt mir nur noch, mich nochmals recht herzlich bei Allen zu bedanken, die mich auf dem Weg gedanklich begleitet, mental unterstützt und natürlich gespendet haben. 

Ich hoffe, dass ich den ein oder anderen dann beim Vortrag sehen werde. 

Bis dahin verbleibe ich mit „Buen Camino euer El Perregrino“. 😉

Ein kleiner Rückblick! Vorher noch ein Kilometerpate: Nando Schmieder
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