Die letzte Nacht habe ich in einer sogenannten „Donation-Albergue“ verbracht. Jeder zahlt das was er kann oder möchte für die Übernachtung mit Frühstück. Mit einem 16-Personen-Schlafsaal war die Herberge relativ klein, aber unsere Truppe war mit Pilgern aus Australien, Kanada, Spanien, Italien, Portugal, Holland, Dänemark, England und Deutschland (ich) trotzdem ziemlich gut gemischt. Es ist übrigens vorteilhaft einen portugiesisch sprechenden Italiener an seiner Seite zu haben. Denn anders als bei meinen anderen Jakobswegen kommt man hier mit Englisch nicht viel weiter.

Heute stand dann, bei einem Radrennen würde man sagen Bergetappe auf dem Plan. Als ich auf der ersten größeren Anhöhe stand und die Zunge raushing, erinnerte ich mich an unseren Alpenbergführer, der sagte immer: „Bergan kurze, gleichmäßige Schritte. So kommst du am besten oben an !“  Und Zack, auf der nächsten Anhöhe hing die Zunge nur halb so weit raus. Die Landschaft erinnert übrigens ein wenig an eine Mischung aus Alpen und Harz mit einem Touch südländischen Flairs.

 

Zum Ende verlangte uns diese Etappe noch einmal alles ab. Auf einer Strecke von ca. 8 km galt es einen Höhenunterschied von ca. 1.000 m
bis zur Herberge zu überwinden, die in Nebel eingehüllt war.

 

Heute Abend gibt es übrigens das von mir geschätzte gemeinsame Pilgermahl, bei dem alle Pilger an einem Tisch sitzen, in dem Fall der Herbergsvater etwas leckeres gekocht hat und bei Wein und Wasser gegenseitig die Geschichten des Tages erzählt werden.

Aber jetzt sitze ich erst mal mit einer heißen Tasse Kaffee in der Hand in der Herberge und mache einen dicken, fetten Haken hinter dieser Etappe.

Für Notfälle.😉

Zum Glück habe ich warme Sachen eingepackt!😄

Alte „Pilgerwaschstelle“, wird aber noch von heutigen Pilgern genutzt.

Tag 3 – Grado – Porciles, Kilometerpaten: Familie Jürgen Hellmann und Familie Sebastian Harras
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