Nur noch zwei Tage bis Santiago. Und ich habe heute das allerletzte Bett in meiner Wunschherberge bekommen. Wie ich finde, eine der schönsten und gepflegtesten Herbergen in der ich bisher war. Man kann ja auch mal Glück haben.

Heute Früh bin ich etwas später losgegangen, um mit etwas Abstand hinter den Massen zu laufen. Was nur semioptimal geklappt hat. Entweder war ich zu schnell, oder die Anderen zu langsam.

Auf dem Weg geht man übrigens wieder verstärkt an Eukalyptuswäldern vorbei. Diese waren auf Grund der klimatischen Bedingungen auf dem ersten Teil meines Weges nicht zu finden.

Diese Eukalyptusbäume wurden, ähnlich wie im Harz die Fichten, zur schnellen Holzgewinnung als Monokultur gepflanzt worden. Ursprung waren ein paar Samen, die ein als Missionar tätiger Mönch im 19. Jahrhundert aus Australien  mitbrachte. Mittlerweile gibt es viele kritische Stimmen dazu, da Eukalyptus als invasive Art dem Boden extrem viel Wasser entzieht, dadurch teilweise Bäche vertrocknen und die Bäume durch fehlende Früchte keinen Lebensraum für Tiere jeglicher Art bieten. Für Pilger hat es den Vorteil, wenn die Nase zu ist, einfach ein paar Blätter pflücken und mit den Fingern zerreiben.

Wie ich bereits erwähnte, muss man um die „Compostela“ in Santiago zu bekommen, täglich mindestens zwei Stempel sammeln. Was früher den Herbergen oder kirchlichen Einrichtungen vorbehalten war, hat salopp gesagt mittlerweile jede Würstchenbude. Es gibt aber immer wieder Möglichkeiten sich etwas besonderes eintragen zu lassen, und die Gelegenheit habe ich heute genutzt.

Es gibt mittlerweile einen neuen Trend auf dem Camino, „Pilgern mit Hund“. Und, das ist kein Scherz, der Hund bekommt seinen eigenen Pilgerausweis und mit den entsprechenden Stempeln auch seine eigene „Hunde-Compostela“. Sachen gibt’s.😄

Damit schließe ich für heute meinen vorletzten Bericht vor Santiago. Ich wünsche allen einen sonnigen Sonntag. ☀️ Bei uns regnet es übrigens. Aber man kann ja nicht Alles haben, gutes Wetter und gute Herberge.😉

 

Tag 14: Arzúa – A Calzada, Kilometerpaten: Tanja Denecke, Mandy und David Böhlecke
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