Angekommen und sehr zufrieden ! ☺️ Nicht nur, weil ich die schwere Bergetappe geschafft habe, sondern weil ich mir mein eigenes Zimmer gegönnt habe. Ein Zimmer ohne schnarchende Mitbewohner, kein wackelndes Bett, wenn sich Jemand über oder unter mir nachts umdreht, kein Lichtstrahl von einer Stirnlampe im Gesicht morgens um 5:30 Uhr und das Allerallerbeste ist, ich kann morgen ausschlafen. Denn in den Herbergen heißt es morgens um acht: Bitte die Herberge verlassen.

Das Gefühl kann nur jemand nachvollziehen, der schon einmal pilgern war und vier Tage in Folge in einer Unterkunft mit mehreren Leuten verbrachte. Was an sich nicht schlimm ist, aber irgendwann wünscht man sich dann ein bisschen Privatsphäre. Und der komplette Rucksack wird ausgepackt, neu sortiert und für die nächsten Tage vorbereitet. Und die Aussicht aus meinem Zimmer inklusive Sonnenbad auf der Terrasse vor dem Stausee, tat natürlich sein Übriges. Natürlich war das kein Zufall, denn ich hatte mir bereits zu Hause ein paar Bilder der Route angeschaut, und es war klar, dass ich hier ein Zimmer buche, allein um die Aussicht zu genießen.

Bedauerlicherweise zeugen aber auch viele Ruinen ehemaliger Wohnhäuser um den Stausee  herum von der unrühmlichen Vergangenheit. Bei der Anlage des Stausees unter dem Franco-Regime wurden 1954 sämtliche Einwohner des Ortes Salime zwangsumgesiedelt. 

Gepilgert sind wir heute natürlich auch wieder durch eine herrliche Berglandschaft. Dabei ging es auch über größere Wiesen mit Kühen, wo immer darauf hingewiesen wurde, dass am Ende des Weges die Tür bitte zu schließen ist. Den Grund kann man sich denken.😉

Und dann hieß es, am Ende meiner heutigen Etappe Abschied zu nehmen, von Jodie und Giovanni, denn die beiden pilgerten noch einen Ort weiter. Wobei mich die Vergangenheit immer wieder lehrte, dass es auf dem Jakobsweg manchmal ein Wiedersehen gibt. Im Fall von Giovanni ist das sogar ziemlich sicher, denn er lebt mit seiner Freundin in Berlin. Und wenn nicht auf dem Jakobsweg, dann in Deutschland.

 

Aber jetzt werde ich erst mal meine Einsamkeit genießen und eine ruhige Nacht ohne störende Geräusche verbringen. In diesem Sinne allen die diesen Beitrag lesen, eine erholsame Nacht. ✨

Tag 6: Berducedo – Las Grandas de Salime, Kilometerpaten: Christel Schannor und Kathleen von Hoff
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