Heute habe ich es mal etwas ruhiger angehen lassen und ein entspanntes Frühstück auf der gestern erwähnten Terrasse genossen. Ist ja schließlich Sonntag. 😉

Aber ganz ohne Pilgern ging es heute natürlich auch nicht. Die heutige Etappe habe ich dann ganz allein in Angriff genommen. Aber Jodie und Giovanni haben schon ein wenig gefehlt.

Möge die Macht mit uns sein. 😉

Nach einer Woche und ca. 140 km kann man schon mal eine kleine Zwischenbilanz ziehen. Und ich bin ehrlich, ich habe den Weg unterschätzt. Facebook – Berichte lesen und im Internet recherchieren ist etwas anderes, als selbst auf dem Weg zu sein.

Der Camino Primitivo ist durch seine Berge ein anderes Kaliber als die beiden anderen, die ich gegangen bis. Man kommt körperlich schon an seine Grenzen. Ich habe mal versucht, den Weg in drei Kategorien zu bewerten. Für alle die auch mal den Primitivo in Angriff nehmen wollen.

  1. Der Weg

Man überwindet täglich über 1000 Höhenmeter. Das geht in die Beine, kostet Kraft und volle Konzentration auf dem oft unebenen, steinigen Weg, um nicht wegzurutschen oder umzuknicken. Das war bei meinen anderen beiden Wegen anders, wo es meistens auf ebenen Streckeck voranging.

2. Landschaft

Was den Primitivo ausmacht, sind seine Landschaften. Täglich erlebt man atemberaubende Aussichten, die in der Realität beeindruckender sind, als auf Fotos erkennbar ist …

3. Spiritualität

Hier kann ich nur von meinen Erfahrungen sprechen. Vielleicht sehen andere  das ganz anders. Auf dem französischen und portugiesischem Weg konnte man auf kilometerlangen ebenen Strecken den Kopf frei bekommen , ohne sich wie oben beschrieben auf den Weg konzentrieren zu müssen.

Es gibt viele kleine Kirchen auf dem Weg, die aber meistens geschlossen sind. Was schade ist, weil ich immer gerne hinein gehe.

 

Heimlich von Goivanni aufgenommen. 😉

Am Ende zählen aber natürlich immer nur die eigenen Erfahrungen, wie ich selber feststellen musste.

Morgen geht es noch einmal auf den zweithöchsten Berg der Strecke und dann haben wir das schlimmste überstanden.

 

Ich wünsche allen einen schönen Restsonntag!

Tag 7: Las Grandas de Salime – Castro, Kilometerpaten: Familie H. aus N.
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