Heute mal ein paar historische Hintergründe zum Camino Primitivo. Dieser ist die älteste Route des Jakobswegs und begründet sich auf König Alfons II. „Der Keusche“, dem ersten Pilger des Weges.

Er startete in Oviedo im 9. Jahrhundert zur neu entdeckten Grabstätte des Apostels Jakobus in Santiago de Compostela. Jedoch tat er das nicht wie die meisten Pilger von heute zu Fuß, sondern auf dem Pferd. Daher ist es bis heute auch zulässig, nach Santiago mit dem Pferd zu pilgern und die Compostela, also die Urkunde für das Erreichen, zu erhalten. Aber so eng sieht man das mittlerweile auch nicht mehr. Denn es ist auch zulässig mit dem Esel und dem „Drahtesel“ zu pilgern. Das Letztere wird immer beliebter und damit aber auch gefährlicher für die anderen Pilger die zu Fuß pilgern, wenn plötzlich Fahrräder um die Ecke oder den Berg runter schießen. Wer den Weg zuerst fußläufg bewältigt hat, ist übrigens nicht überliefert.

Wie angekündigt, habe ich mich heute auf das Erkunden der genau 2.130 m Langen Stadtmauer von Lugo gemacht. Ganz ohne laufen geht es heute also auch nicht. Aber in Flipflops ist es wesentlich bequemer als in Wanderschuhen. Gestartet bin ich am Stadttor „Puerta de San Pedro“ . Dort verweist heute noch ein Gedenkstein auf das erste Betreten Alfons des II. von Lugo.

Die Stadtmauer umschließt den alten Stadtkern und kann vollständig begangen werden. Bei knapp 27° im Schatten ohne Bäume war das eine sehr schweißtreibende Sache. Was auffällt, ich denke in Deutschland nicht möglich, die Brüstungshöhe war teilweise nur 40 cm hoch.
Danach geht es 5-6 m in die Tiefe. Also hieß es aufpassen und nicht stolpern.

Ein weiteres Highlight in Lugo ist die Cathedral de Santa Maria, die man von innen und außen besichtigen kann.

Den Tag werde ich heute bei einem schönen Essen in einer der vielen Gaststätten in den Gassen von Lugo ausklingen lassen, bevor es dann morgen weiter Richtung Santiago de Compostela geht. Und dann heißt es wieder Buen Camino. 🥾☀

Tag 10: Pausentag in Lugo